Sozialpädagogisch betreutes Familienwohnen

Eltern unterstützen. Kinder stärken.

Das sozialpädagogisch betreute Familienwohnen des SkF Freiburg ist ein Angebot für Familien mit hohem Unterstützungsbedarf. Es richtet sich an Eltern und alleinerziehende Mütter oder Väter mit bis zu vier Kindern, die ihre aktuelle Lebenssituation alleine nicht mehr bewältigen können. Ebenfalls bietet das Angebot den Rahmen für eine intensive Begleitung von Familien bei Rückführung der Kinder nach einer Inobhutnahme oder Fremdunterbringung. Voraussetzung ist die Bereitschaft der Eltern zur Mitarbeit.

Das Unterstützungsangebot in den neuen Räumlichkeiten des Kompetenzzentrums Familie in Freiburg Gutleutmatten bietet dem Familiensystem einen absichernden Rahmen, um die Eltern in allen Kompetenzen zu Erziehung, Alltagsbewältigung und Problemlösung zu fördern, damit ihre Kinder dauerhaft in der Familie bleiben können. Im Mittelpunkt der sozialpädagogischen Arbeit stehen die Aktivierung, Entwicklung und Stabilisierung von eigenen Ressourcen der Familie. Die Schaffung von kindgerechten Rahmenbedingungen mit einer altersgerechten Förderung zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft runden das Angebot ab.

Intensives sozialpädagogisches Betreuungssetting

Das sozialpädagogisch betreute Familienwohnen bietet ein engmaschiges, strukturiertes Betreuungssetting mit einer intensiven, alltagsnahen Unterstützung, die Eigenverantwortlichkeit fördern und das Kindeswohl sichern soll. Das Wohnen außerhalb des gewohnten Lebensumfelds ermöglicht einen Neubeginn und bietet einen geschützten Raum, in dem eine verlässliche Basis für ein zukünftig positives Zusammenleben der Familie erarbeitet werden soll.

Die Betreuung im Rahmen eines fest strukturierten Tagesablaufes erfolgt rund um die Uhr:

  • tägliche Beratung und Begleitung
  • Nachtbereitschaft im Haus
  • 24 -Stunden-Rufbereitschaft (des Fachteams)

Passgenaue Struktur und ganzheitlicher Umfang des Angebotes

Unsere systemische Arbeitsweise umfasst eine ganzheitliche Unterstützung des Familiensystems. Jedes Familienmitglied wird individuell mit seinen Bedürfnissen gesehen. Gleichermaßen orientiert sich auch der zeitliche Betreuungsrahmen flexibel am individuellen Bedarf der Familie. Idealtypisch sind drei Betreuungsphasen möglich:

1. Vorklärungsphase (3 Monate)
Betreuung in den aktuellen Wohnverhältnissen , um das Lebensumfeld der Familie kennenzulernen und die Eignung des Unterstützungsangebotes abzuklären.

2. Lebensraum 24/7 (nach Bedarf 12 bis 36 Monate)
Intensive Betreuungsphase in einer Wohnung in unmittelbarer Nachbarschaft des Kompetenzzentrums Familie  – in der Regel etwa ein Jahr, kann aber bis zu drei Jahren verlängert werden. Der Bedarf sollte regelmäßig überprüft werden.

3. Nachbetreuung (12 Monate)
Stufenweise Reduzierung von 20 Stunden bis zu 5 Stunden die Woche mit Rufbereitschaft für Notsituationen.

„Eltern lernen von Eltern“ – Vernetzung mit weiteren Angeboten des SkF

Das Raumangebot in unmittelbarer Nachbarschaft des  neuen Kompetenzzentrum Familie bietet die Möglichkeit zur Unterbringung von mehreren Familien, die sich über gemeinsamen Erfahrungsaustausch gegenseitig unterstützen und stärken können. Darüber hinaus finden in den Räumen des Kompetenzzentrums Familie weitere Angebote für Familien statt, wo neue Netzwerke gebildet werden können.

Systemisches Konzept und ressourcenorientierte Methodenvielfalt

Das inhaltlich-methodische Vorgehen im Einzelfall orientiert sich am jeweiligen Bedarf der Familien. Im Mittelpunkt stehen systemische Einzel-, Paar- und Familiengespräche und ein breites Repertoire an ressourcen- und lösungsorientierten Methoden zur Aktivierung der Familie mit vielfältigen pädagogischen Förderangeboten. Schwerpunkte der Elternarbeit sind Konflikt- und Krisenmanagement und soziales Kompetenztraining. Mit Marte Meo, einer videogestützen Elternarbeit kann ressourcenorientiert das aktuelle Erziehungsverhalten reflektiert und weiterentwickelt werden. Erlebnispädagogische Angebote in Form von intensiver Einzelarbeit mit einer Familie oder in Projekten mit anderen Familien ermöglichen unmittelbare Erfahrungen und Begegnungen – losgelöst von kommunikativen Fähigkeiten.

Interdisziplinäres Team

Betreut und begleitet wird die Familie von einem multiprofessionellen Fachteam aus Sozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Heilpädagog*innen, Psycholog*innen sowie Pädagog*innen mit sozialpädagogischem Ausbildungsschwerpunkt und Erzieher*innen. Es findet ein regelmäßiger interdisziplinärer Austausch statt, um das Betreuungsangebot passgenau auf die Bedürfnisse der Familie auszurichten.

Kooperationen

Wir sind in Freiburg sehr gut vernetzt und kooperieren mit lokalen Beratungsstellen. Zur diagnostischen Abklärung arbeiten wir mit Heilpädagog*innen, Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen zusammen, so dass eine ganzheitliche Sichtweise der Familie gewährleistet werden kann. Dazu existieren auch enge Kooperationen mit niedergelassenen Therapie- und Arztpraxen. Eine gute Zusammenarbeit pflegen wir mit relevanten Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen und – aufgrund unserer langjährigen Arbeit mit geflüchteten Familien – ebenso mit ausgebildeten Dolmetscher*innenn sowie entsprechenden Beratungsstellen und Anwält*innen.

Kontakt

Kompetenzzentrum Familie
Sozialpädagogisch betreutes Familienwohnen
Eschholzstraße 101
79115 Freiburg
Telefon 0761 38508-161
kontakt@skf-freiburg.de

Unser Angebot auf einen Blick

  • Familien mit hohem Unterstützungsbedarf – offen für alle Familienformen (Kernfamilien, alleinerziehende Mütter oder Väter, Großfamilien, Patchwork-Familien)
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  • Bis zu vier Kinder – ohne Altersbeschränkung
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  • Ein Wohnberechtigungsschein Klasse 1 für Baden-Württemberg muss vorhanden sein
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  • Die Bereitschaft zum zeitlich befristeten Einzug in die Wohnung des SkF und zur aktiven Kooperation im Rahmen des Unterstützungsangebotes
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  • Offen für Menschen jeder Religion, Weltanschauung, Herkunft und Lebenskonzept
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  • Bei Suchterkrankung und psychischer Erkrankung ist eine umfangreiche therapeutische Behandlung und Begleitung Voraussetzung für die Aufnahme
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  • Das Kindeswohl sichern
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  • Eine Fremdunterbringung der Kinder vermeiden
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  • Die Elternkompetenz stärken und dabei unterstützen, dass die Mütter und Väter ihre Elternrolle wahrnehmen und elterliche Verantwortung übernehmen
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  • Die Versorgung und Entwicklung der Kinder fördern
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  • Kompetenzen in alltagspraktischen Bereichen verbessern
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  • Strategien zur Krisenbewältigung erarbeiten
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  • Stabilität und positive Bedingungen schaffen, um ein gutes Zusammenleben in der Familie zu ermöglichen
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  • Die Kinder in altersentsprechende Betreuungs- und Freizeitangebote integrieren
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  • Netzwerke und soziale Kompetenz zur Integration in förderliche Bezugsgruppen stärken
  • Wohnungen in unmittelbarer Nachbarschaft des Kompetenzzentrum Familie in Freiburg Gutleutmatten
  • Rund-um–die- Uhr- Betreuung mit Nachtbereitschaft im Haus
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  • Strukturierung des Tagesablaufes für die Familien mit Orientierung an den Ressourcen der Eltern
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  • Intensive Betreuung mit Beratung und Begleitung über den Tag
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  • Systemisches Konzept mit individueller Einbeziehung aller Familienangehörigen in den Entwicklungsprozess
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  • Ressourcenorientierter pädagogischer Ansatz
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  • Bedarfsorientierte Elternarbeit
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  • Heilpädagogische Förderungsangebote
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  • Marte Meo – Entwicklungsförderung mit Videounterstützung

Schwerpunkt ist die Bearbeitung der spezifischen Themen der individuellen Familie, die in der Situationsanalyse identifiziert wurden. Darüber hinaus werden Themen betrachtet, die für viele Familien eine Herausforderung darstellen:
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  • Kindersicherheit
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  • Gesundheitsfürsorge
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  • Finanzen
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  • Alltagsstruktur
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  • Beziehung und Bindung
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  • Regeln und Grenzen
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  • Selbstverwirklichung
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  • Spiel- und Lernangebot für die Kinder
Der Zeitraum wird flexibel an die Bedürfnisse der Familie angepasst. Idealtypisch läuft die Betreuung in drei Phasen ab:

  • Vorklärungsphase von 3 Monaten
  • Intensive Phase zwischen 12 und 36 Monaten
  • Nachbetreuungsphase von 12 Monaten
Die gesetzliche Grundlage für das Sozialpädagogisch betreute Familienwohnen ist der § 27 SGB VIII. Anspruchsberechtigt sind die Personensorgeberechtigten. Ein Anspruch besteht dann, „wenn eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist und die Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist.“ (§ 27 SGB VIII).

Für die Ausstattung des Gruppenraumes danken wir der Gemeinschaftsstiftung der Erzdiözese Freiburg