Statement
der Bundesvorsitzenden und der Bundesgeschäftsführerin des SkF Gesamtvereins zum aktuellen Gutachten „Sexueller Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker sowie hauptamtliche Bedienstete im Bereich der Erzdiözese München und Freising von 1945 bis 2019“

Sonnenfinsternis

Seit 2010 wird von Gutachten zu Gutachten dasselbe grauenvolle System von Missbrauch in der Kirche deutlich. Und immer wieder folgt die gleiche Rhetorik der Verantwortlichen. Dieses System und das Verhalten der Amtsträger empfinden wir als Verrat am Evangelium und als Verrat an unserem Glauben. Vertrauen und Glaubwürdigkeit der Kirche sind verspielt. Ihr habt aus unserer Kirche eine Räuberhöhle gemacht (vgl. Mt 21,13; Lk 19,46).
Immer mehr Menschen, unter ihnen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wenden sich ab und verlassen die Kirche. Gehen die Richtigen?
Wir setzen uns mit unserer Arbeit für den Schutz und die Würde des Menschen nach dem Beispiel Jesu ein. Rom meinte, durch Ausstellen des gesetzlich geforderten Beratungsscheines in unserer Schwangerschaftskonfliktberatung werde das Zeugnis der Kirche für den Schutz des Lebens verdunkelt. Was wir jetzt erleben, ist eine Sonnenfinsternis.
Mainz/Dortmund, 24.01.2022

Hildegard Eckert, Bundesvorsitzende
Renate Jachmann-Willmer, Bundesgeschäftsführerin

Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V.

Gerne weisen wir auch auf die Stellungnahme des Betroffenenbeirates Freiburg zur Vorstellung des Gutachtens in der Erzdiözese München-Freising hin.