Gemeinsam mit den Fachstellen Frühe Hilfen der Stadt Freiburg und der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen hat der SkF Freiburg am 22. Oktober zu einem Fachtag anlässlich des elfjährigen Bestehens des Lotsendienstes KeKs eingeladen. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und bot mit vielseitigen fachlichen Impulsen und anregenden Gesprächen  Raum für Austausch und Vernetzung.

Die Geburt eines Kindes verändert das Leben grundlegend. Neben Freude und Glück können auch Erschöpfung, Unsicherheit und psychische Belastungen den Familienalltag prägen. Wie lassen sich Krisen frühzeitig erkennen? Welche Unterstützung brauchen Mütter und Väter? Und wie können unterschiedliche Hilfsangebote so zusammenarbeiten, dass Familien möglichst unkompliziert Zugang zu passender Unterstützung finden?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Fachtag „Ausnahmezustand Geburt“ am 22. Oktober 2026 im Universitätsklinikum Freiburg. Anlass war das elfjährige Bestehen des Lotsendienstes KeKs – Kommunikation erleichtern, Kooperation stärken. Rund 130 Personen hatten sich zu der Veranstaltung angemeldet. Organisiert wurde der Fachtag gemeinsam von den Fachstellen Frühe Hilfen der Stadt Freiburg, der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen sowie dem SkF Freiburg.

Elf Jahre KeKs: Brücken bauen für Familien

Seit über elf Jahren verbindet der regionale Lotsendienst KeKs Geburtskliniken mit den Frühen Hilfen und weiteren Unterstützungsangeboten vor Ort. Ziel ist es, Familien bereits rund um die Geburt niedrigschwellig zu erreichen, ihnen Orientierung zu geben und bei Bedarf den Zugang zu passenden Hilfen zu erleichtern. Denn nicht jede Familie braucht dieselbe Unterstützung. Manchmal hilft bereits ein erstes Gespräch, um Sorgen anzusprechen und gemeinsam die nächsten Schritte zu überlegen. Entscheidend ist, dass Eltern eine verlässliche Ansprechperson finden und Hilfsangebote gut ineinandergreifen.

Unser Lotsendienst in der Region

Knut Schneider, Teildezernent Jugend des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, führte in die Fallarbeit des KeKs-Projektes in Freiburg und den benachbarten Landkreisen ein. Gemeinsam mit Selina Reichardt vom Universitätsklinikum Freiburg stellten Nathalie Deufel und Bianka Ganter vom Fachdienst Frühe Hilfen des SkF Freiburg die Arbeit des regionalen Lotsendienstes vor. Unsere beiden Fachkräfte arbeiten beim KeKs-Lotsendienst am St. Josefskrankenhaus mit und gaben anhand konkreter Fallbeispiele Einblicke in ihre tägliche Arbeit.

Psychische Belastungen erkennen – Familien als Ganzes im Blick

Ein weiterer Schwerpunkt des Fachtags waren psychische Belastungen und Krisen rund um die Geburt. Dabei ging es sowohl um die Situation von Müttern als auch ausdrücklich um die Perspektive von Vätern. Die Psychologin und Hebamme Dagmar Weimer widmete sich der Frage, wie psychische Krisen nach der Geburt erkannt und begleitet werden können. Melanie Weimer, Diplom-Pädagogin, beleuchtete psychische Erkrankungen von Männern rund um die Geburt.

Lotsendienste der Frühen Hilfen als Erfolgsmodell und Zukunftsaufgabe

Auch die bundesweite Entwicklung der Lotsendienste war Thema. Ulrike Wössner, Referentin Frühe Hilfen beim Deutschen Caritasverband, gab einen Überblick über den aktuellen Stand in Deutschland und die Herausforderungen bei der Weiterentwicklung und langfristigen Absicherung dieser Angebote.

Elf Jahre gelebte Kooperation mit Landesförderung

Das Projekt KeKs zeigt seit elf Jahren, wie erfolgreiche Kooperation über Einrichtungen, Berufsgruppen und kommunale Grenzen hinweg gelingen kann. Grundlage dafür ist ein verlässliches Netzwerk aus Klinikpersonal, Lotsenfachkräften, Jugendämtern und Beratungs- und Unterstützungsangeboten. Von Anfang an wird das Projekt aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert.

Der Fachtag bot mit seinen Fachvorträgen, Praxisberichten und Diskussionen viel Raum für Austausch und neue Perspektiven. Zugleich machte er deutlich, wie wichtig es ist, bestehende Netzwerke kontinuierlich zu pflegen und weiterzuentwickeln. Denn gute Unterstützung endet nicht an Zuständigkeitsgrenzen. Wenn Fachkräfte die Angebote und Ansprechpersonen anderer Einrichtungen kennen und Übergänge gemeinsam gestalten, können Hilfen besser ineinandergreifen – und Familien genau dort erreichen, wo sie Unterstützung brauchen.

Viele Köpfe, ein gelungener Fachtag

Ein besonderer Dank gilt dem gemeinsamen Koordinationsteam Frühe Hilfen mit Fachkräften aus den drei Jugendämtern und dem SkF Freiburg, das den Fachtag vorbereitet und organisiert hat. Ebenso danken wir allen Referent:innen, Mitwirkenden und Teilnehmenden für die fachlichen Impulse und den lebendigen Austausch.

Nähere Informationen zu KeKs und unseren Angeboten für Familien nach der Geburt:
Frühe Hilfen „Guter Start ins Leben“ beim SkF Freiburg

Logo mit Text: "Kommunikation erleichtern, Kooperation stärken. Unterstützung für Familien direkt in Ihrer Geburtsklinik." Unten sind die Logos der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Freiburg und Landkreis Emmendingen zu sehen.
Ein kreisförmiges Logo mit gelbem und weißem Hintergrund enthält einen fetten magentafarbenen Text mit der Aufschrift Frühe Hilfen. Darüber verläuft ein kleinerer magentafarbener Text mit der Aufschrift Ein Angebot von.